BIfA Aktuell Nr. 2/2005

Verfahren der Bierfiltration im Vergleich

Umwelt- und Kostenanalyse durch BIfA

Die Bierfiltration ist der letzte qualitätsbestimmende Schritt des Brauvorganges. Aufgrund der Anforderungen an die chemisch-physikalische, mikrobiologische und sensorische Stabilität des Bieres wird der Bierfiltration eine immer größere Bedeutung beigemessen. Das Standardverfahren der Bierfiltration ist die Kieselgurfiltration im Anschwemmverfahren. Die verwendeten Filterhilfsmittel werden einmal eingesetzt und nach Gebrauch entsorgt. So fallen in Deutschland jährlich ca. 70.000 Tonnen Kieselgurschlamm aus Brauereien an. Aufgrund gesetzlicher Regelungen in den letzten Jahren stehen Entsorgungsoptionen auf Deponien oder über die Kanalisation nicht mehr zur Verfügung. Um eine weitere Verschärfung der Entsorgungssituation zu vermeiden, wurden in der Brauereibranche verschiedene alternative Filtrations-Konzepte untersucht und umgesetzt. 

So hat die Pall GmbH SeitzSchenk zusammen mit den Kooperationspartnern BIfA, Altenburger Brauerei und Universität Hohenheim in einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Forschungsvorhaben ein Verfahren entwickelt, bei dem die mit organischen Stoffen beladenen Filterhilfsmittel nach der Filtration nicht mehr vollständig entsorgt werden müssen. Stattdessen werden sie mit Hilfe von Enzymen und/oder Säure und Lauge regeneriert und erneut zur Filtration eingesetzt. Diese neu entwickelte Technologie heißt Best Filtration System - BeFiS. Sie soll die Produktsicherheit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit gewährleisten und wurde 2004 bei der Altenburger Brauerei aufgebaut und in Betrieb genommen. Im Rahmen der großtechnischen Umsetzung von BeFiS und den umfangreichen Begleituntersuchungen wurden die verschiedenen BeFiS-Betriebsweisen unter Kosten- und Umweltaspekten bewertet und mit der "Altanlage" der Altenburger Brauerei verglichen. BIfA führte hierfür eine Ökoeffizienzanalyse durch, also eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung erweitert um eine Umweltbilanz. 

Filtrationskosten und Umweltbilanz wiesen die chemische Regenerierung der Filterhilfsmittel als günstigste Variante aus. Ökologischer und ökonomischer Optimierungsbedarf wurde für die enzymatische Regenerierung festgestellt. Die Ergebnisse der Ökoeffizienzanalyse werden durch den Betrieb der Anlage, die Marktpreise der Filterhilfsmittel und die Standortfaktoren beeinflusst. 

BIfA dankt der Pall GmbH SeitzSchenk und der Altenburger Brauerei für die Zusammenarbeit!

Fragen zum Projekt bitte an:

Dipl.-Ing. (FH) Udo Roth
Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Rommel