MaKoSaTex
Von der Forschung in die Bayerische Kreislaufwirtschaftsstrategie
Wie lässt sich die Alttextilsammlung in Bayern sichern, wenn die Sammelmengen steigen, die Qualität gebrauchter Textilien sinkt und etablierte Verwertungswege wirtschaftlich unter Druck geraten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das bifa Umweltinstitut gemeinsam mit der Technischen Hochschule Augsburg (THA) im Projekt MaKoSaTex.
Das Vorhaben wird im Auftrag des Bayerischen Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz (StMUV) durchgeführt. Seit unserem ersten Bericht in bifa aktuell hat das Vorhaben wichtige Schritte gemacht – und Eingang in den Entwurf der Bayerischen Kreislaufwirtschaftsstrategie (BayKWS) gefunden.
MaKoSaTex in der BayKWS
Im Maßnahmenkatalog des Strategieentwurfs der BayKWS wird MaKoSaTex im Schwerpunkt „Textilien und Bekleidung“ als konkrete Maßnahme genannt. Das unterstreicht die Bedeutung des Projekts für die Weiterentwicklung der textilen Kreislaufwirtschaft im Freistaat. Anwendungsorientierte Forschung kann also unmittelbar dazu beitragen, politische Strategien auf eine belastbare fachliche Grundlage zu stellen und zugleich Lösungen für die kommunale Praxis anzustoßen.
Gemeinsam zukunftsfähige Lösungen für Alttextilien entwickeln
Im Mittelpunkt des Projekts stehen die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (örE), die vor wachsenden Herausforderungen stehen: Sinkende Erlöse aus der Alttextilvermarktung treffen auf steigenden Sortier- und Entsorgungsaufwand. Zugleich wirft die geplante Umsetzung der europäischen Vorgaben zur erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) in Deutschland Fragen zur künftigen Finanzierung und Rollenverteilung auf. MaKoSaTex untersucht deshalb Sammelstrukturen, Markt- und Stoffstromentwicklungen sowie nationale und internationale EPR-Modelle.
Besonders wichtig ist der direkte Austausch mit der Praxis. In zwei Dialogworkshops im Mai und Juli 2026 kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen und der textilen Wertschöpfungskette zusammen. Diskutiert wurden Ansätze zur Sicherung der Sammlung, zur besseren Information der Bevölkerung sowie zu tragfähigen Sortier- und Verwertungsmodellen. In einer Szenarienwerkstatt wurden daraus erste Modelle für kurzfristig umsetzbare Lösungen entwickelt.
In den nächsten Schritten werden die Erkenntnisse zusammengeführt und in konkrete Handlungsempfehlungen für Kommunen und den Freistaat Bayern übersetzt. Dabei werden auch Treibhausgaseinsparungen verschiedener Szenarien der künftigen Sammlung und Verwertung von Alttextilien betrachtet. Das Ziel bleibt klar: eine Alttextilsammlung, die unter schwierigen Marktbedingungen funktioniert, hochwertige Wiederverwendung und Verwertung ermöglicht und Kommunen eine verlässliche Perspektive bietet.