Meldung | 04.08.2026

Rücknahme von E Zigaretten und Tabakerhitzern im Handel: Pilotprojekt testet neues System für mehr Sicherheit und Kreislaufwirtschaft

Philip Morris GmbH, Stiftung GRS Batterien und GRS Service GmbH starten Initiative „LiLA II“ im Großraum München - Wissenschaftliche Begleitung durch die bifa Umweltinstitut GmbH schafft Grundlage für mögliche bundesweite Lösungen

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© Foto: Stiftng GRS Batterien

Seit dem 1. Juli 2026 gelten neue Rücknahmepflichten für elektronische Zigaretten und Tabakerhitzer. Diese stehen exemplarisch für eine wachsende Herausausforderung: Immer mehr Elektrokleinstgeräte mit fest verbauten Lithiumbatterien wie elektronische Glückwunschkarten, Kopfhörer, blinkende Werbeartikel oder andere Produkte mit fest verbauten Knopfzellen finden sich im Alltag, werden jedoch häufig nicht fachgerecht entsorgt. Falsch entsorgte Geräte stellen ein zunehmendes Sicherheitsrisiko dar.

Mit dem Pilotprojekt "LiLA II testen Philip Morris Deutschland, die Stiftung GRS Batterien und die GRS Service GmbH nun ein neues Rücknahmesystem für den Handel im Großraum München. Ziel ist es, ein praxistaugliches Rücknahmesystem im Handel zu erproben und damit die Kreislaufwirtschaft für elektronische Zigaretten und Tabakerhitzer gezielt voranzubringen.

Damit setzen die Partner ein klares Signal für mehr Sicherheit im Umgang mit Elektrokleinstgeräten mit fest verbauten Lithiumbatterien und für funktionierende Rücknahme- und Verwertungsstrukturen. Die enge Zusammenarbeit von Industrie, ausgewiesener Batterie-Expertise und wissenschaftlicher Begleitung schafft die Grundlage für einen ganzheitlichen, praxisnahen Ansatz.

Im Rahmen des auf zwölf Monate angelegten Pilotprojekts wird ein konkretes Sammel- und Rücknahmesystem für E-Zigaretten und Tabakerhitzer in ausgewählten Verkaufs-stellen getestet. Im Fokus stehen die praktische Umsetzbarkeit, die Akzeptanz bei Han-del sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern und die Weiterentwicklung bestehender Strukturen mit Blick auf eine mögliche bundesweite Skalierung.

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die begleitende Kommunikation: Händlerinnen und Händler sowie Verbraucherinnen und Verbraucher werden klar und verständlich darüber informiert, wie und wo Geräte zurückgegeben werden können. Gerade angesichts weiterhin hoher Fehlwurfquoten ist die verständliche und sichtbare Kommunikation entscheidend, um die tatsächliche Nutzung der Rücknahmesysteme zu erhöhen und fehlerhafte Entsorgungen zu reduzieren.

Mit Blick auf die Bedeutung praxistauglicher Rücknahmesysteme für Hersteller und Han-del erläutert Dr. Julia Hobohm, Geschäftsführerin der GRS Service GmbH, die Zielsetzung des Projekts: „Vor dem Hintergrund steigender Mengen lithiumbatteriehaltiger Produkte gewinnt die sichere Sammlung von Elektrokleinstgeräten zunehmend an Bedeutung. Mit unserem LiLA Sammelsystem wird im Raum München eine zukunftsfähige Lösung erprobt und weiterentwickelt. Wir freuen uns, dass die Philip Morris GmbH und ihre Handelspartner an Bord sind. Nur so kann ernstgenommene Herstellerverantwortung funktionieren!“

Für die Stiftung GRS Batterien ordnet Georgios Chryssos, Vorstand der Stiftung GRS Batterien, die bisherigen Erfahrungen aus den LiLA-Projekten und die Bedeutung verbrauchernaher Rücknahmestrukturen ein: „Wir haben das LiLA Sammelsystem bereits ein Jahr lang bei ausgewählten Wertstoffhöfen in Bayern erprobt und die Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern war hoch. Jetzt wollen wir das Rücknahmesystem noch näher an die Verbraucherinnen und Verbraucher bringen. Aus unserer Erfahrung und unserer Forschungstätigkeit wissen wir, dass ein niederschwelliges Rückgabeangebot im Handel der Schlüssel zu einem erfolgreichen EPR-System ist.“

Auch Torsten Albig, Director External Affairs Deutschland bei Philip Morris Deutschland, unterstreicht den Stellenwert der partnerschaftlichen Zusammenarbeit: „Wir nehmen unsere Herstellerverantwortung über die regulatorischen Pflichten hinaus sehr ernst. Mit diesem Pilotprojekt schaffen wir die Grundlage für ein System, das langfristig skalierbar ist und einen echten Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten kann. Dass wir den Piloten in Bayern starten, ist dabei ein bewusst gewählter Schritt: Hier befindet sich unser deutscher Hauptsitz, und wir übernehmen vor Ort Verantwortung. Besonders wertvoll für dieses Projekt ist die Zusammenarbeit mit erfahrenen Partnern wie der Stiftung GRS Batterien, der GRS Service GmbH und dem bifa Umweltinstitut. Gemeinsam bringen wir unterschiedliche Perspektiven und Expertise ein – von der operativen Umsetzung bis hin zur wissenschaftlichen Begleitung.“

Neben der praktischen Erprobung erhebt das bifa Umweltinstitut belastbare Daten zu Sammelmengen sowie zur Zusammensetzung und zum Zustand der zurückgegebenen Geräte. Die Ergebnisse werden regelmäßig ausgewertet und in geeigneter Form veröffentlicht. Sie bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung des Systems und eine mögliche Ausweitung auf weitere Rücknahmestellen – etwa im Gastronomiebereich oder an Hochschulen.

Ergänzend wird derzeit ein projektbegleitender Beirat mit externen Drittparteien aufgebaut, die über ausgewiesene Fachkenntnisse im Bereich Nachhaltigkeit verfügen und das Pilotprojekt fachlich begleiten sowie die gewonnenen Erkenntnisse regelmäßig reflektieren.

Das Pilotprojekt baut auf den Erkenntnissen früherer LiLA-Initiativen auf, in denen bereits Erfassungs- und Verwertungswege für Elektrokleinstgeräte mit festverbauten Lithium-Batterien untersucht wurden, und überführt diese nun konsequent in die praktische Anwendung im Handel.

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